Glaubenssätze, das Fundament für dein Glück und dein Leid

Kennst du diese Sätze, die sich immer wieder aus der Tiefe in dein Bewusstsein emporarbeiten: „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich bin nicht richtig.“ „Ich verdiene keine Liebe.“ Ganz still, kaum hörbar, dringen sie zu dir vor. Sofort merkst du, wie sie dich wieder mal bremsen, du still wirst und traurig.

In meinen Coachings begegnen sie mir immer wieder – diese stillen, aber so unendlich machtvollen Mitspieler: die Glaubenssätze. Und ich kenne sie auch von meinem eigenen Lebensweg. Ihr Wirken ist beständig und tief. Wir nehmen sie kaum bewusst wahr und hinterfragen sie selten.

Doch es gibt Momente, in denen etwas in uns gegen diesen inneren Lenker rebelliert. Wir beginnen zu ahnen, dass mehr möglich ist. Wir wollen mehr. Wir sind nicht mehr bereit, uns mit dem Status quo zufrieden zu geben. Noch wissen wir nicht, was genau uns da immer wieder in die Parade fährt – warum wir dieselben Schleifen drehen und kaum vorwärtskommen. Doch wir spüren: Es reicht. Wir wollen raus aus dem Hamsterrad, verstehen, wie wir ticken – und warum. Ob es Wege gibt, neue Pfade zu betreten.

An so einem Punkt habe ich begonnen, intensiver bei mir hinzuschauen. Ich suchte mir Unterstützung, fand Hilfe. Und mit der Zeit verstand ich, was ich in meinem "inneren Rucksack" trug – und wie mich das ausbremste.

Nicht jeder Satz, den wir glauben, ist wahr!

Manche Sätze beeinflussen uns tief – und sagen doch nichts Wahres über uns. Nur weil wir ihnen bisher unerschütterlich geglaubt und ihnen Bedeutung verliehen haben. Sie konnten sich etablieren, weil sie aus einem uns vertrauten Umfeld stammen – meist aus dem Elternhaus. Doch auch Lehrer*innen, religiöse Autoritäten oder Idole hinterließen Spuren. Ihre Überzeugungen nahmen wir an – oft ohne sie je zu hinterfragen.

Glaubenssätze sind eng mit Emotionen verknüpft. Diese Verbindung verankert sie tief. Durch Wiederholung werden sie stärker – und wir selbst liefern die Beweise für ihre "Richtigkeit". So schaffen wir Erfahrungen, die unsere Glaubenssätze bestätigen. Immer wieder. Sie filtern unsere Wahrnehmung und steuern unser Handeln. Und so bestätigen sich unsere Muster.

Es gibt keine 100 % wahren Glaubenssätze. Sie können sowohl schädlich als auch nützlich sein. Sätze wie: „Ich bin es nicht wert.“ sind destruktiv. Sie hindern uns daran, unser Potenzial zu entfalten. Und doch – einst haben sie uns vielleicht geschützt. Dafür dürfen wir ihnen sogar dankbar sein.

Wir können Glaubenssätze nicht einfach „wegmachen“. Aber wir können sie schwächen – bis ihr Fundament bröckelt. Und wir können neue, stärkende Glaubenssätze aufbauen. Einen nach dem anderen.

Hier ein paar Beispiele, wie sich Glaubenssätze an der Oberfläche zeigen – und was sie im Kern bedeuten:

  • „Ich bin nicht genug“ → Leistungsdruck, Perfektionismus. In der Tiefe: Angst vor Ablehnung, Selbstwertthema.
  • „Ich darf keine Fehler machen“ → Kontrollbedürfnis. In der Tiefe: Angst vor Ablehnung, Angst vor Scham.
  • „Ich muss stark sein“ → Stolz, Abgrenzung. In der Tiefe: Vermeidung von Verletzlichkeit.
  • „Ich bin zu viel“ → Anpassung, Rückzug. In der Tiefe: Angst, andere zu überfordern.
  • „Ich werde sowieso nicht verstanden“ → Resignation. In der Tiefe: Schmerz, nicht gesehen worden zu sein.

Wir können nicht alle Glaubenssätze aufdecken oder verändern – das ist unmöglich. Doch es gibt sogenannte Wurzel-Glaubenssätze, um die sich viele kleinere, „begleitende“ Sätze gruppieren. Sie bilden neuronale Muster, wie kleine Blasen um einen Kern:

Beispiel: „Ich bin nicht genug“ als Wurzel-Glaubenssatz. Daraus entstehen Neben-Glaubenssätze wie: „Deshalb muss ich alles besonders gut machen.“ oder „Ich ziehe die falschen Partner*innen an.“

Veränderte Glaubenssätze verändern unsere Realität. Dauerhafte Veränderung beginnt in uns – und zeigt sich im Außen.

Im Coaching gehen wir diesen Sätzen liebevoll und achtsam auf den Grund. Nicht konfrontativ, sondern über Fragen, biografisches Erzählen und meine Aufmerksamkeit für deine emotionalen und körperlichen Reaktionen. Gemeinsam hinterfragen wir. Du führst mich in deine Geschichte – bis du erkennst, welcher Satz dich blockiert. Und dann wird es möglich: Abschied, Wertschätzung – und ein neuer Satz, der wachsen darf.

 

Die Parabel von den zwei Wölfen – eine Geschichte über Achtsamkeit

Ein alter Indianer saß mit seinem Enkelsohn am Lagerfeuer. Es war schon dunkel geworden, und das Feuer knackte, während die Flammen in den Himmel züngelten. Nach einer Weile sagte der Alte:

„Weißt du, in deinem Leben wird dir vieles widerfahren – wie mir auch. Und manchmal fühlt es sich an, als ob zwei Wölfe in meinem Herzen gegeneinander kämpfen.

Der eine ist der Wolf der Dunkelheit – der Ängste, des Misstrauens und der Verzweiflung. Er bringt böse Träume, Leid und Schmerz. Der andere ist der Wolf der Lebensfreude – der Hoffnung und der Liebe. Er schenkt gute Träume, Mut und Zuversicht. Diese beiden werden kämpfen, sich anknurren, sich in die Kehle gehen – bis einer kraftlos zu Boden sinkt.“

Der Junge fragte: „Welcher Wolf wird den Kampf gewinnen?“

Der Alte antwortete: „Der, den du fütterst. Darum lebe achtsam – und lerne beide gut kennen. Und dann wähle jeden Tag neu, welchen du füttern möchtest.“

(Cherokee-Legende)

 

Die Energie folgt dem Fokus.

Was möchtest du nicht mehr füttern? Was darf gehen? Welcher neue Satz möchte wachsen?

Lass es uns gemeinsam herausfinden. Melde dich einfach bei mir.